• Sanfte Therapie für Ihr Kind
    Bei uns sind Sie in guten Händen

Allgemeine Informationen

Helme helfen. Sie schützen den wichtigsten Teil des Körpers – den Kopf – vor Unfällen im Straßenverkehr, bei der Arbeit oder beim Sport. Helme können aber auch eine vollkommen andere Funktion haben – sie helfen, Schädelverformungen bei Säuglingen zu beheben.

Individuelle Helme dank 3D-Druckverfahren

Diese Helme gibt es nicht von der Stange. Sie werden individuell gefertigt und angepasst. Dazu wird mit einem innovativen und schonenden Verfahren der Kopf des Kindes vermessen. Ohne belastende Röntgen- oder Laserstrahlen, ohne unangenehme Gipsabdrücke. Eine schnelle Abfolge von digitalen Foto-Sequenzen erzeugt eine dreidimensionale Abbildung des kindlichen Kopfes. Ein 3D-Druckverfahren liefert ein Modell, nach dem der Helm gefertigt wird.

Schädelverformungen ausgleichen

Anschließend wird die Schädelverformung am Modell ausgeglichen und der Kopf in die Idealform gebracht. In den nächsten Monaten steuert der Helm das Wachstum des kindlichen Köpfchens in seine natürliche Form.

Schädelverformungen und ihre Ursachen

Kindliche Schädelverformungen (Plagiocephalien) können verschiedene Gründe haben. Ursächlich für die Verformungen sind Kräfte, die von außen auf den Kopf einwirken. Diese Kräfte wirken nicht nur auf den Hinterkopf, sondern auf den gesamten Schädel ein.

Vor der Geburt

Besteht während einer Schwangerschaft im Mutterleib Platzmangel (z. B. bei Mehrlingsschwangerschaften), kann es schon vor der Geburt zu einer Asymmetrie des Köpfchens kommen. Diese Verformungen fallen direkt nach der Geburt auf und bilden sich während der nächsten Tage und Wochen häufig nicht zurück.

Während der Geburt

Probleme mit der Muskulatur von Kopf und Hals können als Folge einer schwierigen Geburt auftreten (z.B. ein so genannter Schiefhals). Ein muskuläres Ungleichgewicht führt zu einer seitlichen Lagerung des Kopfes und dadurch zu einer Asymmetrie der Schädelform.

Nach der Geburt

Die meisten Verformungen des Kinderkopfes treten nach der Geburt auf. Ursächlich sind in der Regel Einschränkungen der Kopfbeweglichkeit. Auch führt die empfohlene (und sinnvolle) Rückenlage der Säuglinge zur Vermeidung des Plötzlichen Kindstodes zu einer Abflachung des Hinterhauptes. Leichtere Verformungen des Kopfes korrigieren sich in den folgenden Monaten selbstständig, die stärkeren bleiben ohne Therapie bestehen.

Im Unterschied zu den Lage-induzierten Schädelasymmetrien (LISA) liegt bei den so genannten synostotischen Deformitäten eine Wachstumsstörung vor. Hier kommt es im Bereich der Schädelnähte (Wachstumszonen zwischen einzelnen Schädelknochen) zu einer frühzeitigen Verknöcherung. Die Therapie ist in der Regel eine Operation. Meist sind diese sehr seltenen Deformierungen durch unsere Diagnostik leicht von den lagerungsabhängigen Verformungen abzugrenzen.

Therapie

Physiotherapie / manualtherapeutische Maßnahmen

Die Behandlung von Kopfverformungen sollte möglichst früh beginnen. Die Erfolgsaussichten sind dann am besten, und die Behandlungsdauer ist kürzer. Bei milden Formen und rechtzeitigem Beginn ist allein durch physiotherapeutische Übungen eine Verbesserung möglich. Das muskuläre Ungleichgewicht und das weitere Kopfwachstum lassen sich positiv beeinflussen. Beginnt die Therapie rechtzeitig, kann die Kopfform vollständig harmonisiert werden. Ist jedoch die Verformung stärker, führt eine alleinige krankengymnastische Behandlung nicht zum Erfolg.

Helmtherapie als schonendes Verfahren

Die Helmtherapie ist eine sichere und etablierte Methode, ausgeprägte Verformungen des kindlichen Kopfes zu behandeln. Sie ist ein schonendes Verfahren, der Helm wirkt passiv. Er übt keinen Druck auf den Schädel aus. Der Helm liegt dem Kopf dort an, wo die Form korrekt ist. Bereiche mit Defiziten sind hohl gelegt. So nutzt der Helm das Wachstum des kindlichen Kopfes aus, um ihn in die Idealform zu führen.

Da das Schädelwachstum im ersten Lebensjahr am größten ist, sollte in dieser Zeit mit der Helmtherapie begonnen werden. Der günstigste Zeitpunkt für den Behandlungsbeginn ist der 4. bis 6. Lebensmonat. In dieser Periode wächst der Kopf rasch, wodurch sich die Behandlungsdauer auf ein Minimum reduzieren lässt. Je nach Ausprägung der Verformung und nach Alter der kleinen Patienten dauert die Therapie zwischen 2 und 6 Monaten, selten länger.

Um einen ausreichenden Erfolg zu erzielen, muss der Helm 23 Stunden am Tag getragen werden. Die übrige Zeit wird zur Reinigung des Helmes und zur Hautpflege genutzt. Nach einer kurzen Anfangsphase tragen die Kinder erfahrungsgemäß gerne ihren Helm.

Ablauf der Behandlung

Beim ersten Termin erfolgt eine sorgfältige Untersuchung des Kindes. Die äußere Form des Köpfchens wird dreidimensional mit einer digitalen Kamera erfasst. Damit werden die Daten für die spätere Helmherstellung gewonnen. Dieses Analyseverfahren ist für die Kinder nicht gefährlich, es entspricht einem digitalen Foto. Die Kinder werden keiner Strahlung ausgesetzt (kein Röntgen, kein Laser). Ein die Kinder und Eltern belastender Gipsabdruck vom Kopf, wie er früher praktiziert wurde, ist nicht mehr notwendig.

Sobald der Helm fertig ist, wird er individuell angepasst. Bei den Folgeterminen in etwa 4-wöchigen Abständen wird der Behandlungsverlauf kontrolliert und dokumentiert. Mit dem Helm bekommen die Eltern eine ausführliche Anleitung mit wichtigen Hinweisen zu Gebrauch und Pflege des Helmes.

Der Helm wird aus garantiert hautverträglichen Materialien hergestellt, die sich in der Orthopädietechnik seit Jahrzehnten etabliert haben.

Abschluss der Behandlung

Die Helmtherapie endet, sobald der Kopf in seine ideale Form gewachsen ist. Zum Abschluss der Behandlung wird erneut ein 3D-Foto erstellt und vermessen. Durch den Vergleich mit dem
Ausgangsbefund lässt sich der Behandlungserfolg auch objektiv darstellen. Das Ziel der Therapie, die Harmonisierung der Kopfform durch die Korrektur einer bestehenden Asymmetrie, ist damit erreicht.

Kosten der Helmtherapie

Obwohl die beschriebenen Schädelverformungen durch eine Helmtherapie erfolgreich behandelt werden können, tragen die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten in manchen Fällen nicht. Die entstehenden Kosten für die Therapie und den Helm werden den Eltern in Rechnung gestellt. Ein individueller Antrag zur Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen wird jedem Patienten ausgehändigt.

Wir sind qualifiziert und prädestiniert für die Diagnose und Therapie von Schädeldeformitäten verschiedenster Ausprägung und Ursache. Wir informieren Sie gern persönlich in einem unverbindlichen Beratungsgespräch.

Flyer zur Helmtherapie

Alle Informationen zum Thema "Helmtherapie" haben wir für Sie in einem Flyer zusammengefasst, den Sie hier als PDF-Dokument herunterladen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bitte füllen Sie vor dem Besuch in unserer Praxis einen kurzen Anamnese-Bogen aus, den Sie hier im PDF-Format herunterladen können:
Informationen für Sie zur Helmtherapie